Gewaltfreie Kommunikation als Persönlichkeitsentwicklung und nicht als Kommunikationstechnik verstehen

Warum mich die Gewaltfreie Kommunikation bis heute fasziniert

Menschen scheitern selten daran, dass sie nicht wissen, was sie sagen sollen. Sie scheitern viel häufiger daran, dass sie nicht erkennen, was in ihnen selbst wirkt. (Uschi Kellenberger)

Diese Erkenntnis prägt meine Arbeit seit fast 20 Jahren und ist die Grundlage der Ausbildungsphilosophie der Empathie-Werkstatt® GmbH.

Wenn mich Menschen fragen, was mich an der Gewaltfreien Kommunikation fasziniert, dann lautet die ehrliche Antwort: Weil ich selbst erfahren habe, wie tiefgreifend Veränderung möglich ist. Mein Weg zur Gewaltfreien Kommunikation begann nicht aus beruflichem Interesse. Er begann an einem Punkt in meinem Leben, an dem vieles nicht mehr stimmig war. Zu diesem Zeitpunkt sendete auch mein Körper unüberhörbare Signale, die ich nicht länger ignorieren konnte, denn ich hatte sie bereits 30 Jahre geduldet und damit gelebt. Schmerzen als «normal» zu betrachten, kommt mir im Nachhinein seltsam vor. Heute denke ich: Beschwerdefrei ist das Leben deutlich angenehmer ;o)
Als ich 2008 der Gewaltfreien Kommunikation begegnete, suchte ich ursprünglich nach einer Methode zur Konfliktlösung. Damals war ich ahnungslos, wohin mich dieser Weg eines Tages führen würde. Die Gewaltfreie Kommunikation veränderte nicht nur meine Gespräche. Sie veränderte meine Sicht auf mich selbst, auf andere Menschen und auf die Art, wie Konflikte entstehen. Genau deshalb liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit nicht auf Kommunikationstechniken. Natürlich sind Worte wichtig. Die Haltung dahinter ist jedoch entscheidend. Deshalb lautet die eigentliche Frage für mich: Was braucht es wirklich, damit Gewaltfreie Kommunikation nicht nur verstanden, sondern gelebt werden kann? Vom Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, Marshall B. Rosenberg hörte ich einmal: «Gewaltfreie Kommunikation lernt man nicht allein auf dem Sofa.» Dem kann ich voll zustimmen. Sie entsteht dort, wo Menschen einander begegnen. Dort, wo wir uns zeigen und uns berühren lassen. Wo unterschiedliche Sichtweisen aufeinandertreffen und wir erleben, was in uns lebendig wird, wenn wir Zustimmung erhalten, missverstanden werden, unsicher sind oder uns verletzlich zeigen. Genau diese Momente sind wertvolle Lernfelder. Sie benötigen einen geschützten Raum, Vertrauen und Menschen, die bereit sind, sich ehrlich zu begegnen. Ich denke, nur so entstehen neue Beziehungserfahrungen. Erfahrungen, die uns zeigen, dass Verbindung auch dann möglich bleibt, wenn wir unterschiedlich sind. Für mich ist genau das einer der fruchtbarsten Böden für persönliches Wachstum.

Aus meinen fast zwanzig Jahren Erfahrung als Trainerin, Coach und Mediatorin ist deshalb eine eigene Art der Vermittlung entstanden, weil ich immer wieder beobachtet habe, was Menschen dabei unterstützt, Gewaltfreie Kommunikation nachhaltig in ihr Leben zu integrieren – und was eher nicht. Dabei wurde mir klar: Tiefgreifende Veränderung braucht Zeit, Vertrauen und echte Begegnungen. Und die Bereitschaft, sich selbst ehrlich zu begegnen.
Deshalb ist die Ausbildung der Empathie-Werkstatt® bewusst als Entwicklungsweg aufgebaut. Die einzelnen Module 1 bis 5 bauen aufeinander auf und folgen einer sorgfältigen Dramaturgie. Zwischen den Modulen findet oft die eigentliche Arbeit statt: Gewaltfreie Kommunikation im Alltag, in Beziehungen, in Konflikten und in den täglichen Herausforderungen des Lebens.

Viele Teilnehmende gehen diesen Weg über mehrere Jahre gemeinsam. Es entstehen Beziehungen, Vertrauen und empathische Gemeinschaften, die weit über die Ausbildung hinaus Bestand haben. Für mich ist das einer der wertvollsten Aspekte dieser Ausbildung. Denn viele Menschen haben in ihrem Leben nie oder nur selten erlebt, wie es sich anfühlt, mit ihren Stärken, Unsicherheiten, blinden Flecken und Verletzungen angenommen zu sein. Wenn Menschen beginnen, sich selbst besser zu verstehen, verändert sich viel Grundlegendes: Die Zündschnur wird länger und dadurch werden Reaktionen bewusster. Alte Muster verlieren an Macht.

Ein besonderer Schwerpunkt meiner Arbeit ist dabei die Auseinandersetzung mit unseren tieferen Gedanken und Grundüberzeugungen. Welche Überzeugungen trage ich in mir? Welche Verletzungen beeinflussen mein Handeln? Welche Geschichten erzähle ich mir über andere Menschen und über mich selbst? Welche alten Erfahrungen wirken noch heute in meinen Beziehungen? Solange diese Fragen unbeantwortet bleiben, helfen auch die schönsten GFK-Formulierungen nur begrenzt. Aus dieser Erkenntnis entstand die Wurzelwolf®-Methode, die heute ein wichtiger Bestandteil meiner Ausbildung im Modul 4 ist. Denn ich bin überzeugt: Nicht das, was wir sagen, bestimmt unser Leben, sondern das, was wir glauben. Wenn wir dort hinschauen, wo unsere Bewertungen, Ängste und inneren Geschichten entstehen, wird Veränderung möglich. Gewaltfreie Kommunikation wird nicht durch das Lernen der richtigen Worte wirksam, sondern durch die Bereitschaft, sich selbst zu begegnen. Sie baut Brücken. Brücken zu sich selbst. Brücken zu Menschen, von denen wir uns innerlich entfernt haben. Diesen Weg gehe ich seit all den Jahren selbst.
Und genau deshalb fasziniert mich die Gewaltfreie Kommunikation bis heute.

Haben Sie Fragen? Nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.
Uschi Kellenberger


Mobil +41 (0)79 660 92 04 oder +41 (0)44 941 92 04

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