In was für einer Welt würden wir leben, wenn wir einander wirklich verstehen wollten?
Ausgangspunkt war eine Übung, in der sich die Teilnehmenden gegenseitig dabei begleitet haben, den „guten Grund“ hinter einem Verhalten zu erforschen – bezogen auf eine Situation, in der sie selbst etwas getan haben, das man normalerweise eher verurteilt oder als „Dummheit“ bezeichnet. Im Zentrum stand die Frage: Welches Bedürfnis wollte sich in diesem Moment erfüllen? Dabei wurde für viele spürbar, dass alles, was wir tun, aus einem guten Grund geschieht – nämlich als Versuch, uns ein Bedürfnis zu erfüllen. Das bedeutet nicht, dass jedes Verhalten hilfreich oder förderlich ist. Und gleichzeitig eröffnet diese Perspektive die Möglichkeit, Verhalten nicht vorschnell zu verurteilen, sondern mit echtem Interesse zu verstehen. Genau dort entsteht Verbindung. In einem nächsten Schritt haben wir gemeinsam erforscht, in was für einer Welt wir leben würden, wenn Menschen ein aktives Interesse an den guten Gründen anderer hätten, anstatt sich gegenseitig zu bewerten oder zu verurteilen. Die entstandene Sammlung spricht für sich: mehr Frieden, mehr Verständnis, mehr Sicherheit, mehr Nähe – innen wie aussen. Für mich ist diese Übung jedes Mal berührend, weil sie erfahrbar macht, dass Empathie nicht nur einzelne Gespräche verändert, sondern das Potenzial hat, unser Miteinander auf einer viel tieferen Ebene zu wandeln.
Die 15 Teilnehmenden, die am letzten Wochenende Modul 1 abgeschlossen haben, verfügen nun über die Fähigkeit, hinter Verhalten die guten Gründe zu erkennen – und damit tragen weitere 15 Menschen dazu bei, eine Welt zu gestalten, die von mehr Verständnis, Verbindung und Menschlichkeit geprägt ist.
Das lässt mich hoffnungsvoll und zuversichtlich zurück. Dafür bin ich von Herzen dankbar.